Der Waldfriedhof Großauheim ist mit seiner bewaldeten Lage zwischen Depotstraße und Neuwirtshäuser Straße in Richtung Wolfgang heute der zweitgrößte Friedhof im Hanauer Stadtgebiet. Eingeweiht wurde er am 23. Mai 1953; an diesem Tag fand mit der Beisetzung des ehemaligen Großauheimer Bürgermeisters Rudolf Weber auch die erste Bestattung statt.
Die Anlage des Waldfriedhofs war notwendig geworden, weil der bisherige Alte Friedhof am Pfortenwingert nach rund 150 Jahren an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen war. Dieser Alte Friedhof war 1813 von der Gemeinde angelegt worden, nachdem der Kirchhof für Bestattungen nicht mehr ausreichte, eine Folge der wachsenden Einwohnerzahl und der im Zuge der Befreiungskriege gegen Napoleon grassierenden Typhusepidemien. Ursprünglich umfasste der Alte Friedhof nur etwa ein Viertel seiner heutigen Fläche und wurde im Laufe der Zeit zweimal erweitert. Sehenswert sind dort bis heute das Jugendstil-Eingangstor von 1912 sowie das Sandsteinkreuz des Bildhauers Peter Bergold aus Klein-Wallstadt. Unmittelbar benachbart entstand 1922 (nach anderer Quelle 1925) nach kontroversen Diskussionen ein gemeindeeigener Urnenfriedhof, der mit dem Alten Friedhof ein kulturhistorisches Ensemble bildet.
Mit der Einweihung des Waldfriedhofs 1953 wurde der Alte Friedhof schrittweise abgelöst, Kaufgräber konnten dort allerdings noch bis 1963 genutzt werden. Bis heute prägt der Waldfriedhof durch seine Einbettung in den angrenzenden Waldbestand einen ruhigen, parkartigen Charakter und ist ein wichtiger Bestattungs- und Erinnerungsort für den Hanauer Stadtteil Großauheim.