Der Friedhof Wolfgang ist der kleinste der städtischen Friedhöfe Hanaus. Er wurde 1937 auf einem waldreichen Gelände an der Aschaffenburger Straße im östlichen Stadtteil Wolfgang angelegt und umfasst heute eine Fläche von lediglich rund 0,6 Hektar mit etwa 330 Grabstätten. Jährlich finden dort im Durchschnitt nur rund sechs Bestattungen statt, darunter etwa vier Feuerbestattungen , ein Hinweis auf seinen Charakter als ruhiger, überschaubarer Stadtteilfriedhof.
Seine Lage und Entstehung hängen eng mit der Geschichte des Stadtteils Wolfgang zusammen: Dessen Ursprünge reichen bis ins Jahr 1468 zurück, als inmitten des Bulauwaldes eine dem heiligen Wolfgang von Regensburg geweihte Kapelle errichtet wurde, aus der um 1490 ein Servitenkloster hervorging. Wirtschaftlich geprägt wurde Wolfgang ab 1880 durch die Pulverfabrik Wolfgang, zu der Betriebs- und Wohngebäude gehörten. Aufgrund ihrer Bedeutung wurde Wolfgang 1885 zum eigenständigen Gutsbezirk erhoben. Als in den 1930er Jahren die Bevölkerung in diesem abgelegenen, von Rüstungs- und Industriebetrieben geprägten Gebiet wuchs, entstand 1937 der eigene Friedhof, dessen Eingang bis heute unmittelbar an das Gelände der ehemaligen US-Kaserne (Wolfgang Barracks) grenzt.
Erst mit der hessischen Gebietsreform von 1974 wurde Wolfgang offiziell ein Stadtteil Hanaus, der Friedhof ist damit bis heute ein Zeugnis der eigenständigen Geschichte dieses abseits gelegenen Ortsteils mitten im Wald.