Der Friedhof Steinheim-Nord wurde 1874 eingeweiht und gehört damit zu den ältesten noch aktiven Friedhöfen Hanaus, im Jahr 2024 feierte er sein 150-jähriges Bestehen. Angelegt wurde er im Nordwesten des heutigen Stadtteils Steinheim an der Ecke Johannes-Machern-Straße, mit Haupteingang an der Hermann-Ehlers-Straße. Mit einer Fläche von rund 2,0 Hektar bildet er mit dem jüngeren, 1906 angelegten Friedhof Steinheim-Süd das historische Friedhofsensemble des Ortsteils.
Seine Entstehung fügt sich in die typische Entwicklung der Bestattungskultur des 19. Jahrhunderts ein: Aus hygienischen Gründen wurden innerörtliche Kirchhöfe im Laufe des 19. Jahrhunderts schrittweise aufgegeben und durch neue, systematisch geplante Friedhöfe am damaligen Ortsrand ersetzt. Der Friedhof Steinheim-Nord wurde als Nachfolger des beengten Klein-Steinheimer Kirchhofs angelegt und spiegelt diesen Wandel bis heute in seinem regelmäßigen Wegenetz, den Reihengräbern und den klar gegliederten Grabfeldern wider. Umgeben ist er von einer markanten, hohen Basaltmauer, die ihm bis heute sein charakteristisches Gepräge verleiht.
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums wurde 2024 im Rahmen der Reihe „Kultur auf den Hanauer Friedhöfen“ eine geführte Zeitreise durch seine Geschichte angeboten. Evelin Weber und Burkhard Huwe vom Geschichtsverein Steinheim stellten historisch bedeutende und denkmalgeschützte Grabstätten vor und erläuterten den Wandel der Bestattungskultur. Damit ist der Friedhof Steinheim-Nord heute weit mehr als ein reiner Bestattungsort: Er ist ein lebendiger Erinnerungsort und ein wichtiges kulturhistorisches Zeugnis der Steinheimer Ortsgeschichte.