Der Friedhof Mittelbuchen liegt Am Kirchberg im gleichnamigen Stadtteil im Norden Hanaus und umfasst heute eine Fläche von rund 1,4 Hektar. Eingeweiht wurde der Friedhof im Jahr 1904 als neue, außerörtliche Begräbnisstätte der damals noch selbständigen Gemeinde Mittelbuchen. Bis 1960 blieb er in seinen ursprünglich geplanten Ausmaßen bestehen, 1965 erfolgte eine erste größere Erweiterung.
Die Geschichte der Begräbniskultur in Mittelbuchen reicht jedoch viel weiter zurück als die Anlage des heutigen Friedhofs: Bereits 1363 wird eine dem heiligen Bonifatius geweihte Pfarrkirche genannt, und 1344 wurde auf dem zugehörigen Kirchfriedhof die Michaeliskapelle errichtet, beides Belege dafür, dass über Jahrhunderte rund um die Kirche bestattet wurde. Erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert setzte sich, wie in ganz Hessen, die Verlegung der Friedhöfe an den Ortsrand aus hygienischen und platztechnischen Gründen durch. In diesem Zusammenhang entstand 1904 der heutige Friedhof Mittelbuchen.
Mittelbuchen selbst gilt als ältester urkundlich erwähnter Stadtteil Hanaus: Bereits am 1. Juni 798 ist der Name „bucha marca“ in einer Schenkung an das Kloster Lorsch überliefert. Am Dreikönigstag 1945 wurden bei einem alliierten Luftangriff die Pfarrkirche und das Pfarrhaus schwer beschädigt, ein Ereignis, das bis heute auch das Selbstverständnis des Ortes und seiner Erinnerungskultur prägt. Seit der hessischen Gebietsreform gehört Mittelbuchen 1972 zu Hanau; der Friedhof wird seitdem durch die städtische Friedhofsverwaltung betreut.
Mit seiner Lage am Kirchberg, dem dörflichen Charakter des umliegenden Stadtteils und seiner Einbettung in eine über 1.200-jährige Ortsgeschichte ist der Friedhof Mittelbuchen bis heute ein ruhiger, stark von der Tradition geprägter Bestattungs- und Erinnerungsort.