Der Friedhof Bürgel liegt im östlichen Offenbacher Stadtteil Bürgel und umfasst heute rund 42.000 Quadratmeter, womit er zu den kleineren städtischen Friedhöfen Offenbachs zählt. Ursprünglich befand sich der Ortsfriedhof direkt neben der katholischen Pfarrkirche St. Pankratius; unter den dort Bestatteten ist auch die bedeutende Schriftstellerin Sophie La Roche, die 1807 in Bürgel beigesetzt wurde.
Die heutige Struktur des Friedhofs spiegelt deutlich das Wachstum des einst selbständigen Orts wider: Interne Bruchsteinmauern dokumentieren die schrittweisen Erweiterungen der Anlage. Bürgel selbst blickt auf eine außergewöhnlich lange Geschichte zurück, bereits die Römer besiedelten den Ort bis ins 3. Jahrhundert, zuvor lebten hier die Kelten in „Bergilla“, aus dem sich der Ortsname ableitet. Über Jahrhunderte war Bürgel Besitz des Mainzer Petersstifts, bevor es am 1. April 1908 in die Stadt Offenbach eingegliedert wurde und damit rund 6.000 Einwohner nach Offenbach brachte.
Prägend für den Friedhof ist heute der alte Baumbestand entlang des Hauptwegs, dessen Bäume teils über 100 Jahre alt sind. 1963 wurde eine moderne Trauerhalle am Eingang Arendsstraße eröffnet, in deren Innerem eine seinerzeit viel diskutierte Kupferinstallation des Künstlers Eberhard Fiebig zu sehen ist. Historisch bedeutsam ist zudem die jüdische Bestattungstradition Bürgels: Der alte jüdische Friedhof lag abseits des Ortes nahe dem heutigen Schultheis-Weiher und gilt als einer der ältesten jüdischen Friedhöfe im Offenbacher Stadtgebiet.
So verbindet der Friedhof Bürgel historische Bausubstanz, prominente Grabstätten und moderne Bestattungsinfrastruktur und ist zugleich ein sichtbares Zeugnis der eigenständigen Geschichte Bürgels vor seiner Eingemeindung nach Offenbach.