Der Friedhof Rumpenheim liegt im Westen des gleichnamigen Offenbacher Stadtteils und ist mit rund 11.391 Quadratmetern der kleinste Friedhof in Offenbach. Seine Existenz hängt eng mit der langen Eigenständigkeit Rumpenheims zusammen: Der Ort wurde bereits am 1. Juni 770 im Lorscher Codex erstmals urkundlich erwähnt und blieb über viele Jahrhunderte eine eigene Gemeinde, zunächst unter den Herren von Münzenberg und später den Grafen von Hanau. Erst am 1. April 1942 wurde Rumpenheim in die Stadt Offenbach eingegliedert, sodass der Friedhof bis dahin als eigenständige Begräbnisstätte eines selbständigen Ortes diente.
Deutlich erkennbar ist bis heute die historisch gewachsene Struktur: Der ältere Teil des Friedhofs hebt sich durch seine Friedhofsmauer und die klassische parkartige Anlage deutlich von späteren Erweiterungen ab. Im Zentrum steht ein Gefallenendenkmal für die Opfer des Ersten Weltkriegs, eine rechteckige, beschriftete Steinsäule mit der Figur einer knienden, trauernden Frau.
Eingebettet ist der Friedhof in einen Stadtteil, der durch das barocke Rumpenheimer Schloss (ab 1680 ausgebaut) geprägt ist und über lange Zeit europäischen Adel anzog. Damit ist der Friedhof Rumpenheim heute zwar der kleinste städtische Friedhof Offenbachs, zugleich aber ein bedeutendes Zeugnis der dörflichen und adeligen Geschichte dieses traditionsreichen Ortes.