Der Friedhof der Stadt Langen, heute offiziell als „Naturfriedhof Langen“ bezeichnet, liegt an der Friedhofstraße und wurde am 18. Mai 1826 eingeweiht. Damit blickt er auf eine mittlerweile knapp 200-jährige Geschichte zurück und gilt als Spiegel der Stadtgeschichte Langens über fast zwei Jahrhunderte. An diese Anfangszeit erinnert bis heute das erhaltene „Altgrab“, das als ältestes Grabmal der Anlage bewahrt wird.
Mit einer Gesamtfläche von rund 100.000 Quadratmetern gehört der Naturfriedhof zu den größeren Friedhöfen der Region. Sein parkartiger Charakter, der dichte Baumbestand und die bewusst naturnahe Gestaltung geben ihm seinen besonderen Namen und heben ihn von klassischen innerstädtischen Friedhöfen ab. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Anlage mehrfach erweitert und an moderne Bestattungsformen angepasst, ohne ihren historischen Kern zu verlieren.
Eine kulturhistorische Besonderheit Langens ist die Trauerhalle, die seit den 1960er Jahren maßgeblich durch bedeutende Werke zweier renommierter Künstler geprägt wird: Das bronzene Eingangsportal schuf die Frankfurter Bildhauerin Inge Hagner, während der Langener Glasmaler Professor Johannes Schreiter die gesamte Rückwand mit dem monumentalen Glasbild „Wege zum Licht“ gestaltete, 11,5 Meter breit und 6,7 Meter hoch. Typisch für Schreiter sind die „lyrischen Diagonalen“ von unten links nach oben rechts, die als Sinnbild für Kontinuität auch über den Tod hinaus gelesen werden können; das bewusst eingesetzte Violett steht dabei für Ruhe und Trost. Ergänzt wird das künstlerische Ensemble durch eine in Bad Reichenhall gegossene Glocke.
Damit vereint der Naturfriedhof Langen eine fast zweihundertjährige Geschichte, einen naturnah gestalteten Charakter und herausragende Werke moderner Sakralkunst zu einem besonderen Ort der Erinnerung und des stillen Verweilens.