Der Alte Friedhof in Darmstadt wurde 1828 angelegt, weil der bis dahin genutzte Friedhof am Kapellplatz schlicht zu klein geworden war. Er entstand damals am Rand des Stadtteils Bessungen, auf einem sandigen Gelände, das als „Bessunger Kaut“ bekannt war. Von Anfang an orientierte sich die Anlage am klassizistischen Stil, was man bis heute am historischen Eingangsportal erkennt.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs Darmstadt stark, und damit auch der Bedarf an Bestattungsflächen. Der Friedhof wurde deshalb mehrmals erweitert – zuerst 1848, dann 1872 und schließlich 1894, wodurch er seine heutige Größe erreichte. In dieser Zeit entstanden auch wichtige Gebäude wie das Leichenhaus, das später zur Friedhofskapelle umgebaut wurde. Die Anlage ist in rechteckige Felder gegliedert, ganz nach der damals modernen Vorstellung eines geordneten, klar strukturierten Friedhofs.
Der Alte Friedhof überstand den Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt und gilt heute als bedeutendes Kulturdenkmal. Er beherbergt zahlreiche kunsthistorisch wertvolle Grabmäler aus Klassizismus, Historismus, Jugendstil und Moderne. Viele bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Erst nachdem Anfang des 20. Jahrhunderts der größere Waldfriedhof entstand, erhielt der Friedhof seinen heutigen Namen „Alter Friedhof“.