Der Waldfriedhof „Wasserbuche“ ist ein kommunaler Bestattungswald der Gemeinde Waldsolms im hessischen Lahn-Dill-Kreis und liegt im Wald zwischen den Ortsteilen Brandoberndorf und Griedelbach. Er entstand im Zuge einer Entwicklung, die sich seit Anfang der 2000er Jahre in Deutschland zunehmend etabliert hat: dem Wunsch vieler Menschen nach einer naturnahen Bestattungsform abseits der klassischen Reihen- und Wahlgräber städtischer Friedhöfe. Die heute gültige Friedhofsordnung des Waldfriedhofs geht auf den 14. November 2008 zurück (zuletzt geändert am 6. Februar 2014), dieser Zeitraum markiert zugleich die Anfangsphase des Bestattungswaldes.
Es handelt sich bei der „Wasserbuche“ um einen in kommunaler Hand geführten Bestattungswald. Er ist damit Teil einer bewussten Entscheidung der Gemeinde Waldsolms, ihren Bürgerinnen und Bürgern eine waldnahe Bestattungsalternative unmittelbar vor Ort anzubieten. Bestattungen sind grundsätzlich den Einwohnerinnen und Einwohnern der Gemeinde vorbehalten; ausschließlich im älteren Teil des Waldfriedhofs sind auch Beisetzungen von Personen ohne Wohnsitz in Waldsolms möglich.
Die Anlage selbst ist in einen „alten“ und einen „neuen“ Abschnitt gegliedert und liegt inmitten eines gewachsenen Mischbestandes aus Eichen, Buchen, Kiefern und Wildkirschen. Beigesetzt werden dort ausschließlich Urnen, die im Wurzelbereich ausgewählter Bestattungsbäume ruhen, bis zu acht Urnen pro Baum, kreisförmig um den Stamm angeordnet. Grabsteine, Einfassungen oder zusätzliche Bepflanzungen sind nicht zulässig; lediglich kleine Namensschilder an den Bäumen erinnern auf Wunsch an die Verstorbenen.
Mit dieser bewusst schlichten, waldtypischen Gestaltung ist die „Wasserbuche“ heute mehr als nur ein Bestattungsort: Sie ist Ausdruck eines Wandels in der Bestattungskultur Hessens und zugleich ein ruhiger, naturbelassener Erinnerungsort für die Gemeinde Waldsolms und ihre Angehörigen.